Unsere gemeinsame Ziele für Erziehung und Unterricht

1. Wir wollen Menschen in unserer Schule heranbilden, die
a) sich den immer wieder ändernden Anforderungen der modernen Gesellschaft stellen,
b) diese Gesellschaft verstehen und mitgestalten.

Zu a:
Die Schülerinnen sollen tolerant sein, und ihre Fähigkeit, Flexibilität zu zeigen, soll gefördert werden. Dafür sollten breite Grundlagen geschaffen werden, z.B. müßte ein ständiger Dialog zwischen Schule und umliegenden Firmen stattfinden.
Das Erlernen von Schlüsselqualifikationen ist ein wichtiger Ausgangspunkt. Es wird erstrebt, dass die SchülerInnen das Lernen lernen, ab Klasse 5 soll deshalb ein Methodentraining stattfinden. Ein weiteres Ziel ist es, die SchülerInnen bereit zu machen, in ihrem späteren Leben ggfs. einen neuen Beruf zu erlernen bzw. sich in ihrem erlernten Beruf fortzubilden. Teamfähigkeit muss gefördert werden, z.B. durch Projekt- und Gruppenarbeit sowie auch das eigenständige Lernen durch Freiarbeit und Referate.
Die LehrerInnen müssen den SchülerInnen die Lernziele besser transparent machen und sie zur Einsicht bringen, dass Lernen nicht nur Spaß verschaffen kann.

Zu b:
Die SchülerInnen sollten darin unterwiesen werden, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und Informationen zu bewerten (z.B. Nachrichten besprechen, Zeitungsartikel lesen).
Die LehrerInnen ermutigen die SchülerInnen, Aufgaben für die Allgemeinheit zu übernehmen (z.B. Patenschaften für jüngere SchülerInnen) und das Schulleben über den Unterricht hinaus mitzugestalten (z.B. in freiwilligen AG’s, Theater, Band, Treppenhausgestaltung usw.).

Zu a und b:
Die SchülerInnen müssen sich mit Vorbildern und Normen, die vor allem durch die Medien vermittelt werden, kritisch auseinandersetzen (z.B. Werbung). Alle SchülerInnen sollten neue Informations- und Kommunikationstechnologien erlernen, sie anwenden und sich kritisch damit auseinandersetzen. Eine entsprechende Ausstattung für alle Fachbereiche ist deshalb erforderlich.

2. Wir wollen Menschen in unserer Schule heranbilden, die selbstbewusst und kritisch handeln.

Wenn wir Menschen heranbilden, die selbstbewußt und kritisch handeln, dürfen wir nicht mit Lob sparen.
Um freies Reden und Handeln vor einem Publikum zu erreichen, halten wir folgende Punkte für wichtig:

– Theater und Rollenspiele
– freies Reden vor der Klasse durch Vortragen eigener Aufsätze, – Vortragen mit Hilfe von Stichworten und freier Vortrag mit Zwischenfragen
– Diskussion üben, Argumente einbringen, Zuhören können: Die SchülerInnen lernen: Die Meinung anderer gelten zu lassen und die eigene Meinung ggfs. zu revidieren.

Durch eigenverantwortliches Arbeiten im Schulumfeld, zum Beispiel:

– Vorbereitung und Nachbereitung von Experimenten
– Sportunterricht im wechselseitigen Team
– Verantwortung im Sanitätsdienst
– Heranziehen von Nachfolgern
– Mitwirkung bei der Vorbereitung des Unterrichts durch Beschaffen von Informationsmaterial

3. Wir wollen Menschen in unserer Schule heranbilden, die
a) einen eigenen Standpunkt suchen,
b) Verantwortung übernehmen.

Zu a:
Die SchülerInnen sollen lernen, einen eigenen Standpunkt unabhängig von Gruppendruck und äußeren Einflüssen zu bilden. Dies ist Voraussetzung für eine aktive Mitgestaltung des Schulalltags und des weiteren Lebens, insbesondere für die Berufswahlfindung.
Die SchülerInnen sollen in Diskussionen ihren Standpunkt klar darlegen und vertreten können. In Konfliktfällen ist es notwendig, dass sie Toleranz gegenüber Andersdenkenden zeigen und in der Lage sind, Kompromisse zu schließen.
Den SchülerInnen müssen Unterrichtsinhalte angeboten werden, die Diskussionen anregen und die SchülerInnen herausfordern, einen eigenen Standpunkt zu suchen. Dabei sollten notwendige Diskussionsregeln eingeübt werden und so zu einem demokratischen Verhalten führen. Eine andere übungsform bietet das Rollenspiel.
übungsgelegenheiten ergeben sich bei der Wahl des Klassensprechers/der Klassensprecherin, bei der Entscheidung im Wahlpflichtbereich und bei der Erstellung eines Programms für eine Klassenfahrt.

Zu b:
Die SchülerInnen müssen lernen, sozial verantwortlich zu urteilen, zu entscheiden und zu handeln. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass sie fähig sind, die Unterschiedlichkeit von Menschen zu akzeptieren, ihre kulturellen und religiösen Wertvorstellungen zur Kenntnis zu nehmen, sich mit anderen Menschen in Konfliktfällen rational auseinanderzusetzen und Toleranz und Solidarität zu üben. Sie müssen Verantwortung übernehmen für die eigene und für gemeinsam erarbeitete Ergebnisse und Entscheidungen.
Auf den Schulalltag bezogen bedeutet dies, dass die Schüler/innen ihr eigenes Lern- und Arbeitsverhalten selbst gestalten und – falls notwendig – auch korrigieren. Bei Gruppen- und Teamarbeiten ist es notwendig, dass sie sich verantwortlich zeigen für die gemeinsame Arbeit.
Die SchülerInnen müssen behutsam an ihre Aufgabenfelder herangeführt werden. Ihnen sollten ihrem Alter entsprechend Aufgaben übertragen werden, denen sie sich gewachsen fühlen. Falls notwendig, muss der Lehrer helfend eingreifen.
Im Schulalltag ergibt sich eine Vielzahl von übungsgelegenheiten, wie z.B.

– alphabetische Reihenfolge beim Tafeldienst, Haus und Hofdienst
– diverse Klassendienste
– Schiedsrichtertätigkeiten und Hilfestellung im Sportunterricht
– Schulsanitätsdienst
– Mitgestaltung des Schullebens
– Klassen- und Schülersprecher

4. Wir wollen Menschen in unserer Schule heranbilden, die tolerant und offen gegenüber jedermann sind.

Wichtigste Ziele dieses Erziehungsanspruchs sind Toleranz und Offenheit im Klassenverband. Hierbei sollen die SchülerInnen

– akzeptieren, dass man etwas falsch machen darf
– beachten, dass niemand bloßgestellt wird
– es als notwendig betrachten, Schwächeren zu helfen und sie zu integrieren
– lernen, dass äußerlichkeiten wie Kleidung und Gewicht nicht zur Bewertung eines Menschen dienen dürfen
– dazu angehalten werden, ehrlich ihre Meinung zu sagen, aber dabei höflich zu bleiben.
– Methoden, diese Werte im Schulalltag zu vermitteln, liegen sehr stark im Lehrerverhalten begründet.

LehrerInnen sollen

– unangemessenes Verhalten nicht tolerieren
– auf Höflichkeit achten
– offen mit den SchülerInnen über unerwünschte Verhaltensweisen sprechen
– Gruppenarbeit dementsprechend organisieren
– schwächere SchülerInnen durch Binnendifferenzierung gezielt fördern.

Als weitere Maßnahmen wären zu nennen: Schüleraustausch, Brieffreundschaften, auf die Teilnahme ausländischer SchülerInnen an Klassenfahrten drängen, Bemerkungen auf dem Zeugnis, die eine Aussage zum positiven Sozialverhalten von SchülerInnen zum Inhalt haben.

5. Wir wollen Freude am Lernen und Leben aufbauen.

Der Unterricht sollte an Realsituationen angebunden werden, wie durch Schüleraustausch, Brieffreundschaften, Exkursionen (z.B. ins benachbarte Ausland) und Unterrichtsgänge.

Öffnung von Schule kann stattfinden, indem zu bestimmten Unterrichtsinhalten kompetente Eltern, Fachleute oder Zeitzeugen hinzugezogen werden.

Zur Motivation der SchülerInnen sollten sich die Unterrichtsinhalte an der Erfahrungswelt und den Interessen der Jugendlichen orientieren. So kann beispielsweise im Fremdsprachenunterricht fremdsprachige Popmusik mit einbezogen werden.

Die Unterrichtsinhalte sollten flexibel gestaltet werden, indem die Handlungsspielräume der Lehrpläne und Richtlinien genutzt werden.

Schülergerechtes Material, das auch von den SchülerInnen mitgebracht oder gestaltet werden kann, fördert ebenso die Freude am Lernen.

Um einen abwechslungsreichen Unterricht zu gewährleisten, bieten sich vielfältige Methoden an, wie z.B. Freiarbeit, Teamarbeit (Partner-/Gruppenarbeit) und Projektarbeit. Ebenso sollte der Unterricht nach Möglichkeit handlungsorientiert und fächerübergreifend sein. Um die vielfältigen Methoden zu trainieren, sollten LehrerInnen an entsprechenden Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen.

Sanktionen müssen angemessen und flexibel sein, damit SchülerInnen sich nicht „geknüppelt“ fühlen.

Leistung darf nicht mit Angst verbunden sein. Daher sollten Klassenarbeiten nicht als Druckmittel benutzt und fair vorbereitet werden.

Lernen sollte ein gemeinsamer Prozeß von LehrerInnen und SchülerInnen sein, in dem Kritik der SchülerInnen zulässig ist und auch der Humor nicht zu kurz kommen darf.

Nicht zuletzt gilt das Motto: „Klein anfangen ist besser als gar nicht anfangen.“

6. Wir wollen Menschen in unserer Schule heranbilden, die sich um die ständige Erweiterung ihrer persönlichen und sozialen Kompetenz bemühen.

Die Erweiterung der persönlichen und sozialen Kompetenz erleichtert den SchülerInnen das schulische Arbeiten und eröffnet ihnen Möglichkeiten für Erfolge im Berufsleben.

Folgende Ziele sind uns besonders wichtig, um die in den Richtlinien und Lehrplänen beschriebenen Erziehungs- und Bildungsaufgaben zu erfüllen:

I. Persönliche Kompetenz

a) Ausdauer, Durchhaltevermögen und Konzentrationsfähigkeit sollen in allen Unterrichtsfächern durch geeignete Methoden gefördert werden. Beispiele dafür sind: Stilleübungen, Labyrinth, Suchbilder, Mandala, Einstellungstestaufgaben, Abschreibeübungen, Kopfrechnen, exaktes Ausschneiden von Collagen.

b) Zur Förderung von Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit sollen die SchülerInnen zu ordentlicher Heftführung, Organisation ihres Arbeitsplatzes und übersichtlicher Anlage von Mappen angehalten werden. Sie sollen lernen, eine übernommene Aufgabe gewissenhaft auszuführen, Termine einzuhalten und pünktlich zu sein.

c) Zur Erweiterung der persönlichen Kompetenz gehört auch der Bereich „Das Lernen lernen“. Dazu gehört vorrangig, dass die SchülerInnen ihren Lerntyp feststellen und Arbeitsmethoden kennenlernen, üben und anwenden. Dazu gehören Techniken des Vokabellernens, Lesetraining und effektives Anfertigen von Hausaufgaben.

d) Um Verantwortungsbereitschaft und Selbständigkeit zu entwickeln, müssen SchülerInnen ermutigt werden, Aufgaben zu übernehmen und sich selbst Ziele zu setzen, sich in Informationsbeschaffung zu üben und Inhalte und Methoden zu hinterfragen.

II. Soziale Kompetenz

a) Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit sind wichtige Voraussetzungen für jegliche berufliche Tätigkeit. Sie werden vorbereitet durch Partner- und Gruppenarbeit, die Erarbeitung und Einhaltung von Regeln, besonders auch im Bereich Sicherheit und Fairness im Sport, sowie Engagement im Schulleben.

b) Die Gesellschaft verlangt von allen Höflichkeit und Freundlichkeit. Unerlässlich sind also das Erlernen und Trainieren von Umgangsformen im Zusammenleben mit Erwachsenen und Jugendlichen.

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