Eva Weyl lässt die Vergangenheit lebendig werden

Am Dienstag, den 12.6.2018 besuchte eine Überlebende des Holocaust die 9.Klassen der Realschule Hackenbroich. Ein Schüler dieses Jahrgangs hatte in einem Brief an die heute Dreiundachtzigjährige so nett um einen Besuch gebeten, dass Frau Weyl aus Amsterdam anreiste und einen Vortrag über ihr Leben hielt.

Als Kind war sie mit ihren aus Nazi-Deutschland geflohenen Eltern mehr als drei Jahre im niederländischen Durchgangslager Westerbork inhaftiert. Dort war auch zeitweise Anne Frank, die aber nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Eva Weyl und ihre Familie hatten großes Glück, dass ihnen dieses Schicksal erspart blieb. Mit Familienfotos und Fotos und Zeichnungen, die das Leben in Westerbork verdeutlichen, vermittelte sie den Schülerinnen und Schüler sehr anschaulich, wie das Leben im Lager organisiert war.

In ihrem fesselnden Vortrag machte sie deutlich, dass die Jugendlichen nun Zweitzeugen seien, die Verantwortung trügen dafür, dass das schreckliche Unrecht der Zeit des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit gerät. Nur so könnten wir für die Zukunft aus der Geschichte lernen.

Frau Weyl machte auch sehr deutlich, dass die junge Generation keine Schuld an den Ereignissen der deutschen Vergangenheit trage, aber dass alle Verantwortung trügen, damit sich solches Unrecht nicht wiederholen könne. „Schaut auf den Menschen selbst, nicht auf die Religion oder woher jemand kommt.“

Gerade in der heutigen Zeit, an unserer Schule, in der Kinder und Jugendliche mit vielen verschiedenen kulturellen und religiösen Hintergründen zusammen lernen und leben, ist dies ein wichtiger Leitgedanke. Als teilnehmende Schule am Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ arbeiten wir immer wieder daran – auch wenn wir uns am 19.6.2018 am „internationalen Tag“ viele verschiedene Länder und Kulturen gegenseitig vorstellen und uns gegenseitig wieder ein bisschen besser kennenlernen.

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